Beschluß vom 6.3.2018

Die Kirchengemeinde Blankenburg steht an der Seite der von der Planung in ihrer Existenz Gefährdeten.

 „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ Sprüche 31,8

Uns erreichen viele Hilferufe von Anlagenbewohner/innen und Pächtern von Kleingärten aus unserer Gemeinde und aus der ganzen Region. Viele Menschen sind verunsichert und fühlen sich von den politischen Entscheidern im Stich gelassen oder getäuscht. Die jetzt vorgestellten Planungsvarianten  A – C stellen vor allem für die etwa 400 in der Erholungsanlage Blankenburg Wohnenden eine existentielle Bedrohung dar. Dabei geht es nicht nur um das allgemeine Problem steigender Kosten für Mieten oder eine mittelfristig zu erwartende Belastung des eigenen Wohnumfeldes durch Verkehrsbauten und Infrastrukturprojekte, sondern die Betroffenen sprechen bei der nun vorgestellten Überplanung der Anlage Blankenburg sowie der Kleingärten im Großraum Blankenburg von Vertreibung und erleben die vorgestellten Planungsvarianten als Vernichtung einer seit mehr als 100 Jahren gewachsenen Lebensform.

Die Kirchengemeinde hat bisher das Großvorhaben einer städtebauliche Entwicklung und Beplanung der vorhandenen unbebauten Freiflächen im Blankenburger Süden konstruktiv und kritisch begleitet. Sie begrüßt die bisherigen Aussagen der Politik zur Verträglichkeit der Einbettung in das vorhandene Wohnumfeld und arbeitet mit an der Planung zur Weiterentwicklung der verkehrlichen, sozialen und kulturellen Infrastruktur. Wir haben Menschen ermutigt, sich als Bürgerinnen und Bürger politisch zu engagieren. Wir haben viel Zeit und Kraft in die Entwicklung eines vernünftigen Bürgerbeteiligungsverfahrens investiert.

Wir sehen jedoch in der nun im Rahmen der Bürgerbeteiligung vorgestellten großräumigen Erweiterung des für die Bebauung vorgesehenen Raumes eine Abkehr von dem bisher eingeschlagenen Weg. Wir sind sehr betroffen, daß diese Kursänderung ohne vorherige Kommunikation mit den Menschen erfolgte, die sich mit einem sehr hohen Aufwand für die Entwicklung dieses Beteiligungskonzepts engagiert haben. Wir sind sehr enttäuscht, daß die politisch Verantwortlichen offenbar nicht erkennen, welche große historische, soziale und ökologische Verantwortung sie für die Erhaltung der Erholungs- und Kleingartenkultur in unserem Raum haben.

Wir setzen uns mit großem Nachdruck dafür ein, daß die politisch Verantwortlichen zum verabredeten Verfahren und zu dem bisher eingeschlagenen Weg zurückkehren. Die vorgestellten Entwicklungsvarianten A –C stellen dafür keine Diskussionsgrundlage dar.

Die bisher erkennbaren Anstrengungen der Verwaltung, die Betroffenen umfassend zu informieren, reichen bei weitem nicht aus, um die jetzt vorhandenen Unsicherheiten zu beseitigen. Wir hoffen, daß die handelnden Personen Schritte einleiten, die zu einer Beruhigung der sehr angespannten Lage beitragen können. Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten besonders bei denen, die um ihre Existenz fürchten.

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN“ Jeremia 29,7

 

Für den Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Blankenburg

Pf. Hagen Kühne, Martin Runge
Berlin-Blankenburg 6.03.2018